Rettungsdienst: Ein außergewöhnliches System

Im Rettungsdienst der Stadt Hamm arbeiten die Berufsfeuerwehr, das private Krankentransportunternehmen Herzig - ein Unternehmen der Falck Gruppe - und die Freiwillige Feuerwehr eng zusammen.
Durch Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr wird vor allem die Grundlast der Notfallrettung abgedeckt.
Das seit mehr als einem Jahrzehnt integrierte Unternehmen Herzig deckt vor allem den qualifizierten Krankentransport ab.
Die Rettungswagen-Besatzungen der Freiwilligen Feuerwehr ergänzen das System bei auftretender Spitzenbelastung und in schwächer besiedelten Bereichen der Stadt Hamm ohne besetzte Rettungswache.

Der Rettungsdienst

Neben der Berufsfeuerwehr ist die Firma Krankentransport Herzig GmbH - ein Unternehmen der Falck Gruppe - als privater Anbieter in den öffentlichen Rettungsdienst integriert. Die zentrale Einsatzkoordination erfolgt durch die Leitstelle der Feuerwehr. Die Rettungswachen befinden sich in der Trägerschaft der Feuerwehr bzw. der Firma Krankentransport Herzig GmbH.

Neben den Beamten der Berufsfeuerwehr und Angestellten der Firma Herzig werden Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr gleichberechtigt in den Rettungsdienst eingebunden. Eine Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr erfolgt an ausgewiesenen Rettungswachen (Unterstützung der hauptamtlichen Kräfte) und an den Standorten Heessen, Uentrop, Werries und Herringen. Mehrere Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr verfügen über die Ausbildung zum Rettungsassistenten und Rettungssanitäter.

Die personellen Reserven der Freiwilligen Feuerwehr sind einschließlich der Fahrzeuge, für den Einsatz bei Bedarfsspitzen und bei besonderen Versorgungslagen wie Massenanfall von Verletzten und Erkrankten einzusetzen. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind u. a. Eigenschutz bei Brand- und Hilfeleistungseinsätzen sowie die Gestellung von Rettungsdiensteinheiten für Großveranstaltungen. Der RTW wird auch im alltäglichen Einsatz aktiviert, wenn das zuständige hauptamtliche Rettungsmittel nicht verfügbar ist, z. B. schon einen anderen Einsatz hat. Von der Leitstelle wird zusätzlich ein weiter entferntes, besetztes Rettungsmittel aktiviert. Wenn der Rettungswagen der Freiwilligen Feuerwehr zügig genug aktiviert werden kann, dreht das entfernte Fahrzeug ab.

Notärztliche Versorgung

Innerhalb des öffentlichen Rettungsdienstes werden zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) im Rendezvous-System mit dem RTW betrieben, wobei das ärztliche Personal von den Krankenhäusern des St. Marien-Hospitals, des Evangelischen Krankenhauses (EVK), der St. Barbara-Klinik Heessen und des St. Josef-Krankenhauses in Bockum-Hövel im Rahmen eines Bereitschaftsdienstes kalendertäglich 24 Stunden zur Verfügung gestellt wird. Die Fahrerfunktionen werden vom Personal der Berufsfeuerwehr wahrgenommen. Beide NEF-Fahrzeuge sind direkt an den Krankenhäusern stationiert, die jeweils im Wechsel das ärztliche Personal stellen. Die NEF wechseln die Standorte montags zeitverschoben, so dass immer ein NEF einsatzbereit ist. Notarzt und Fahrer werden von der Leitstelle über digitale FME alarmiert. Parallel erfogt eine Alarmierung über Cordless-Telefon (Anlage des Krankenhauses, angesteuert durch einen fest installierten digitalen FME).